translationcollective

March 11, 2011

Europa muss sterben, damit Amerika leben kann

Filed under: deutsch — translationcollective @ 5:52 pm

Russell Means

europa muss sterben – PDF

Die folgende Rede wurde Juli 1980 auf dem Black Hills International Survival Gathering vor tausenden Menschen aus aller Welt gehalten.

Die einzig mögliche Eröffnung für ein Statement dieser Art ist, dass ich schreiben verabscheue. Der Vorgang selbst verkörpert in Miniatur das europäische Konzept “legitimen” Denkens; das Geschriebene besitzt eine Wichtigkeit, die dem Gesprochenen aberkannt wird. Meine Kultur, die Lakota Kultur, ist eine orale Kultur, weshalb ich mich gewöhnlich weigere, zu schreiben. Es ist einer der Wege der weißen Welt, die Kulturen nicht-europäischer Völker zu zerstören, den gesprochenen Beziehungen der Menschen eine Abstraktion auzuzwingen.

So ist das, was ihr hier lest, nicht, was ich geschrieben habe. Es ist, was ich gesagt habe, jemand anderes hat es aufgeschrieben. Ich werde dies zulassen, da es scheint, dass die toten, trockenen Blätter eines Buches der einzige Weg sind, mit der weißen Welt zu kommunizieren. Es kümmert mich nicht wirklich, ob meine Worte Weiße erreichen oder nicht. Sie haben bereits quer durch ihre Geschichte demonstriert, dass sie weder hören noch sehen können; sie können nur lesen (sicherlich gibt es Ausnahmen, aber die Ausnahmen bestätigen nur die Regel). Meine Sorge gilt mehr den amerikanischen indianischen Leuten, Studenten und anderen, die durch Universitäten und andere Institutionen allmählich in die Welt der Weißen absorbiert werden. Doch auch dies ist eine meiner geringeren Sorgen. Es ist gut möglich, trotz rotem Gesicht einen weißen Geist anzunehmen, und wenn dies die Entscheidung eines Individuums ist, dann soll es so sein, aber ich kann nichts mit ihnen anfangen. Dieser Prozess ist Teil des kulturellen Völkermords, den die Europäer heute gegen die amerikanischen indianischen Völker führen. Meine Sorge gilt denjenigen amerikanischen Indianern, die sich entschieden haben, gegen diesen Völkermord Widerstand zu leisten, die sich aber im unklaren darüber sein mögen, wie sie das anfangen sollen.

(Ihr merkt, dass ich statt Native Americans, Native Indigenous People oder Amerindian den Begriff American Indian verwende, wenn ich mich auf meine Leute beziehe. Es hat einige Kontroversen um diese Begriffe gegeben und, gerade heraus gesagt finde ich das, an diesem Punkt, absurd. In erster Linie wird der Begriff amerikanische Indianer abgelehnt, weil er europäischen Ursprungs ist – was stimmt. Aber alle oben genannten Begriffe sind europäischen Ursprungs, die einzige nicht-europäische Art der Benennung besteht darin, von Lakota zu sprechen – oder genauer von Oglala, Brule, usw. – von den Dineh, den Miccousukee zu sprechen, und all die hunderte anderer korrekter Stammesnamen zu verwenden.

Auch über den Begriff Indianer gibt es einige Verwirrung im falsch verstandenen Glauben, dass er sich irgendwie auf das Land Indien beziehen würde. Als Kolumbus an den karibischen Strand gespült wurde, suchte er nicht nach einem Land mit Namen Indien. Die Europäer gaben jenem Land 1492 den Namen Hindustan. Schaut es auf den alten Karten nach. Kolumbus nannte die Stammesvölker, die er traf “Indio”, abgeleitet vom italienischen “in dio”, was “in Gott” bedeutet.)

Es bedarf einer großen Anstrengung auf Seiten jedes amerikanischen Indianers, nicht europäisiert zu werden. Die Stärke, diese Anstrengung zu unternehmen, kann nur aus unseren traditionellen Wegen kommen, den traditionellen Werten, die unsere Ältesten bewahren. Sie muss aus dem Kreis kommen, den vier Richtungen, den Verwandtschaften: Sie kann nicht aus den Seiten eines Buches oder tausender Bücher kommen. Kein Europäer kann einem Lakota jemals lehren, Lakota zu sein, einem Hopi, Hopi zu sein. Kein Universitätsabschluss in “Indian Studies” oder “Erziehung” oder sonst irgendwas kann aus einer Person ein menschliches Wesen machen oder Wissen über die traditionellen Wege zur Verfügung stellen. Es kann dich nur zu einem mentalen Europäer machen, einem Außenseiter.

Ich sollte mich an dieser Stelle klar ausdrücken, denn es scheint hierüber einige Verwirrung zu geben. Wenn ich von Europäern oder mentalen Europäern spreche, lasse ich keine falschen Unterscheidungen zu. Ich sage nicht, dass auf es der einen Seite die Nebenprodukte von ein paar tausend Jahren völkermörderischer, reaktionärer, europäischer intellektueller Entwicklung gibt, die schlecht sind, und auf der anderen Seite irgendeine neue, revolutionäre intellektuelle Entwicklung, die gut ist. Ich meine damit die sogenannten Theorien des Marxismus und Anarchismus, sowie “linke” Theorien im Allgemeinen. Ich glaube nicht, dass diese Theorien vom Rest der europäischen intellektuellen Tradition getrennt werden können. Es ist wirklich einfach dasselbe alte Lied.

Der Prozess begann weit früher. Newton etwa “revolutionierte” die Physik und die sogenannten Naturwissenschaften, indem er das physische Universum auf eine lineare mathematische Gleichung reduzierte. John Locke hat dies mit der Politik gemacht und Adam Smith mit der Ökonomie. Jeder dieser “Denker” hat ein Stück der Spiritualität der menschlichen Existenz genommen und es in einen Code, in eine Abstraktion konvertiert. Sie haben dort weitergemacht, wo das Christentum aufgehört hat: Sie “säkularisierten” die christliche Religion, wie die “Gelehrten” es gerne nennen – und indem sie dies taten, machten sie Europa fähiger und bereiter, als expansionistische Kultur zu handeln. Jede dieser intellektuellen Revolutionen diente dazu, die europäische Mentalität immer weiter zu abstrahieren, die wundervolle Komplexität und Spiritualität des Universums zu entfernen und sie durch eine logische Sequenz zu ersetzen: Eins, zwei, drei. Antwort!

Dies ist, was schließlich im europäischen Geist als “Effizienz” bezeichnet wurde. Was auch immer mechanisch ist, ist perfekt; was auch immer im Moment zu funktionieren scheint – was ist, beweist, dass das mechanische Modell das richtige ist – wird als korrekt angenommen, selbst wenn es ganz klar nicht wahr ist. Darum wechselt die Wahrheit so schnell im europäischen Geist; die Antworten, die sich aus einem solchen Prozess ergeben, sind nur Übergangslösungen, nur vorübergehend, und müssen kontinuierlich zugunsten neuer Übergangslösungen ausrangiert werden, welche die mechanischen Modelle stützen und sie (die Modelle) am Leben erhalten.

Hegel und Marx waren die Erben des Denkens von Newton, Descartes, Locke und Smith. Hegel schloss den Prozess der Säkularisierung der Theologie ab – in seine eigenen Begriffe gefasst – er säkularisierte das religiöse Denken, mittels dessen Europa das Universum verstand. Dann fasste Marx Hegels Philosophie in die Begriffe des “Materialismus”, was bedeutet, dass Marx Hegels Werk in seiner Gesamtheit entspiritualisierte. Auch das sind wieder Marx’ eigene Begriffe. Und dies wird nun als das zukünftige revolutionäre Potential Europas gesehen. Europäer mögen es als revolutionär ansehen, amerikanische Indianer aber sehen darin nicht mehr als denselben alten europäischen Konflikt zwischen Sein und Gewinn machen. Die intellektuellen Wurzeln der neuen marxistischen Form des europäischen Imperialismus liegen in der Verbindung von Marx – und seinen Nachfolgern – mit der Tradition von Newton, Hegel und anderen.

Sein ist eine spirituelle Behauptung. Gewinn machen ist ein materieller Akt. Traditionellerweise haben amerikanische Indianer immer angestrebt, so gute Menschen wie möglich zu sein. Teil dieses spirituellen Prozesses war und ist es, Reichtum wegzugeben, Reichtum abzuwerfen, um keinen Gewinn zu machen. Materieller Gewinn ist in traditionellen Völkern ein Indikator für falschen Status, während er für Europäer der “Beweis ist, dass das System funktioniert”. Es ist deutlich, dass es hier zwei komplett entgegengesetzte Sichtweisen gibt, und der Marxismus steht aus Sicht amerikanischer Indianer klar auf der anderen Seite. Sehen wir uns eine ihrer zentralen Implikation an; dies ist keine rein intellektuelle Debatte.

Die europäische materialistische Tradition, das Universum zu entspiritualisieren, ist dem mentalen Prozess, der beim Entmenschlichen einer Person stattfindet, sehr ähnlich. Wer ist der größte Experte im Entmenschlichen anderer Leute? Und wozu? Soldaten, die viele Schlachten erlebt haben, lernen es, bevor sie aufs Schlachtfeld zurückkehren. Mörder tun es, bevor sie einen Mord begehen. Die Wachen der SS taten es mit den Insassen der Konzentrationslager. Bullen tun es. Führungskräfte der Konzerne tun es mit den Arbeitern, die sie in eine Uranmine oder ein Stahlfabrik schicken. Politiker tun es mit allen in Reichweite. Was dieser Prozess in allen Gruppen, die diese Entmenschlichung praktizieren, gemeinsam hat, ist, dass er bewirkt, dass es auf einmal ganz in Ordnung ist, andere Leute zu töten oder auf andere Art zu zerstören. Eines der christlichen Gebote lautet: “Du sollst nicht töten,” zumindest keine Menschen, also besteht der Trick darin, die Opfer in Nicht-Menschen zu verwandeln. Dann ist es möglich, den Bruch der eigenen Gebote als Wert zu behaupten.

Was die Entspiritualisierung des Universums betrifft, führt dieser mentale Prozess dazu, dass es zu einer Tugend wird, den Planeten zu zerstören. Begriffe wie Fortschritt oder Entwicklung werden darin auf die gleiche Art als Deckmantel benutzt, wie die Begriffe Sieg und Freiheit im Prozess der Entmenschlichung benutzt werden, um das Abschlachten zu rechtfertigen. Zum Beispiel könnte ein Immobilienspekulant die Eröffnung einer Kiesgrube als “Entwicklung” eines Geländes bezeichnen. In diesem Fall bedeutet Entwicklung totale, permanente Zerstörung, bei der die Erde selbst abgetragen wird. Entsprechend europäischer Logik aber wurden ein paar Tonnen Kies gewonnen, die für die “Entwicklung” weiterer Landstriche durch den Bau von Straßen genutzt werden können. Letztlich steht – nach europäischer Sichtweise – das ganz Universum diesem Wahnsinn offen.

Am allerwichtigsten ist dabei, vielleicht, die Tatsache, dass Europäer bei all dem keinen Verlust empfinden. Letztlich haben ihre Philosophen die Realität entspiritualisiert, weshalb (für sie) keine Befriedigung aus der einfachen Betrachten des Wunders eines Berges, eines Sees oder eines bestehenden Volkes zu gewinnen ist. Nein, Befriedigung wird im Hinblick auf den Gewinn von Material gemessen. So wird aus dem Berg Kies, der See wird zum Kühlwasser für eine Fabrik und die Leute werden zusammengetrieben, um in jenen Indoktrinationsmühlen verarbeitet zu werden, die Europäer gern Schulen nennen.

Aber jedes neuen Stück “Fortschritt” treibt in der realen Welt den Preis in die Höhe. Nehmen wir zum Beispiel den Treibstoff für die industrielle Maschine. Vor wenig mehr als zwei Jahrhunderten benutzten fast alle Holz – ein nachwachsendes, natürliches Material – als Brennstoff, um die menschlichen Bedürfnisse des Kochens und Warmhaltens zu decken. Alsdann kam die Industrielle Revolution, die Produktion wurde zum sozialen Imperativ in Europa und Kohle der vorherrschende Energieträger. Die Verschmutzung begann in den Städten zum Problem zu werden, die Erde wurde aufgerissen, um Kohle zur Verfügung zu stellen, während Holz stets einfach gesammelt oder gefällt werden konnte, ohne große Kosten für die Umwelt zu verursachen. Später wurde Öl zum zentralen Treibstoff, da die Technologie der Produktion durch eine Reihe wissenschaftlicher “Revolutionen” perfektioniert worden war. Die Verschmutzung nahm dramatisch zu, und noch weiß niemand, wie hoch die Umweltkosten für all das aus dem Boden gepumpte Öl auf lange Sicht tatsächlich sein werden. Heute nun gibt es eine “Energiekrise” und Uran wird zum vorherrschenden Treibstoff.

Man kann sich auf Kapitalisten zumindest insofern verlassen, dass sie Uran als Treibstoff nur in dem Maße fördern werden, wie es guten Profit abwirft. Das ist ihre Ethik und vielleicht verschaffen sie uns so etwas Zeit. Andererseits kann man sich bei Marxisten sicher sein, dass sie Uran als Energieträger schnellstmöglich entwickeln werden, einfach weil es der “effizienteste” verfügbare Treibstoff für die Produktion ist. Das ist ihre Ethik, und ich kann nicht sehen, warum sie vorzuziehen wäre. Wie ich schon sagte, der Marxismus entspringt dem Kern der europäischen Tradition. Es ist dasselbe alte Lied.

Es gibt eine Faustregel, die hier angewendet werden kann. Die wahre Natur einer europäischen revolutionären Doktrin kann nicht auf Basis der Veränderungen beurteilt werden, die sie innerhalb der europäische Machtstruktur und Gesellschaft bewirkt. Sie kann nur anhand der Auswirkungen beurteilt werden, die sie für nicht-europäische Völker haben wird. Dies darum, weil jede Revolution in der europäischen Geschichte dazu gedient hat, die europäischen Tendenzen und Fähigkeiten zu stärken, anderen Völkern, anderen Kulturen und der Umwelt selbst Zerstörung zu bringen. Ich fordere jeden heraus, mir ein Beispiel zu zeigen, für das dies nicht zutrifft.

Heute also werden wir, als amerikanische indianische Leute, aufgefordert zu glauben, dass eine “neue” europäische revolutionäre Doktrin, wie der Marxismus, die negativen Auswirkungen der europäischen Geschichte für uns umkehren wird. Die europäischen Machtverhältnisse werden wieder einmal umgestellt, was die Dinge für uns alle besser machen soll. Aber was bedeutet es wirklich?

In diesem Moment leben wir, die wir auf der Pine Ridge Reservation leben, an einem Ort, den die weiße Gesellschaft zum “Nationalen Opfergebiet” erklärt hat. Das bedeutet, dass wir hier große Uranvorkommen haben und die weiße Kultur (nicht wir) dieses Uran braucht, um daraus Energie zu gewinnen. Der billigste, für die Industrie effizienteste Weg, das Uran zu extrahieren und zu verarbeiten, ist es, die abfallenden Nebenprodukte gleich hier bei den Minen wegzuwerfen. Gleich hier, wo wir leben. Dieser Müll ist radioaktiv und wird die gesamte Region für immer unbewohnbar machen. Dies wird von der Industrie, und von der weißen Gesellschaft, die diese Industrie geschaffen hat, als ein “annehmbarer” Preis für die Entwicklung der Energieressourcen erachtet. Nebenbei planen sie als weiteren Schritt des Industrialisierungsprozesses, die Wasservorkommen unter diesem Teil South Dakotas umzuleiten, was die Region doppelt unbewohnbar machen wird. Die gleiche Sache passiert unten auf dem Land der Navajo und Hopi, auf dem Land der Cheyenne und Crow, und anderswo. Dreißig Prozent der Kohle im Westen und die Hälfte der Uranvorkommen befinden sich unter Reservationen, man kann also keineswegs von einem unwichtigen Thema reden.

Wir wehren uns dagegen, zu einem Nationalen Opfergebiet gemacht zu werden. Wir wehren uns dagegen, zu einem Nationalen Opfervolk gemacht zu werden. Die Kosten dieses industriellen Prozesses sind für uns nicht akzeptabel. Es ist Völkermord, hier Uran abzubauen und das Wasser abzuleiten – nicht mehr, nicht weniger.

Nehmen wir nun an, dass wir in unserem Widerstand gegen die Ausrottung damit begonnen haben, nach Verbündeten zu suchen (was wir getan haben). Lasst uns weiter annehmen, dass wir den revolutionären Marxismus beim Wort nehmen: Dass er nicht weniger beabsichtigt, als die Ordnung der europäischen Kapitalisten komplett umzustürzen, die uns diese Bedrohung unserer Existenz beschert hat. Eine solche Allianz würde amerikanischen indianischen Leuten natürlich erscheinen. Letztendlich sind es, wie die Marxisten sagen, die Kapitalisten, die uns zur Nationalen Opfergabe erklärt haben. Soweit stimmt das Ganze.

Aber, wie ich versucht habe zu zeigen, ist diese “Wahrheit” sehr irreführend. Der revolutionäre Marxismus hat sich einer noch weitgehenderen Fortsetzung und Perfektionierung jenes industriellen Prozesses verschrieben, der uns alle zerstört. Er bietet nur an, die Resultate dieser Industrialisierung – das Geld, vielleicht – zugunsten eines größeren Teils der Bevölkerung “umzuverteilen”. Er bietet an, den Kapitalisten Reichtümer zu nehmen und sie herumzureichen; aber um dies tun zu können, müssen die Marxisten das industrielle System aufrechterhalten. Wieder einmal müssen die Machtverhältnisse in der europäischen Gesellschaft verändert werden, aber wieder einmal werden die Auswirkungen auf die amerikanischen indianischen Völker, und Nicht-Europäer anderswo, die selben bleiben. Es geschieht ziemlich das Gleiche, wie bei der Umverteilung der Macht der Kirche auf private Unternehmen in der sogenannten bürgerlichen Revolution. Die europäische Gesellschaft veränderte sich ein bisschen, zumindest oberflächlich, während ihr Verhalten Nicht-Europäern gegenüber weiterging wie zuvor. Ihr könnt sehen, was die amerikanische Revolution von 1776 für die amerikanischen Indianer getan hat. Es ist dasselbe alte Lied.

Der revolutionäre Marxismus versucht, wie andere industrielle Gesellschaftsformen, die Menschen in Bezug auf die Industrie zu “rationalisieren” – maximale Industrie, maximale Produktion. Er besteht in einer Doktrin, die die spirituelle Tradition der amerikanischen Indianer, ihre Kulturen und ihre Lebensweisen verachtet. Marx selbst hat uns “vorkapitalistisch” und “primitiv” genannt. Vorkapitalistisch bedeutet schlicht, in seiner Sicht, dass wir schließlich den Kapitalismus entdecken und Kapitalisten werden, aus marxistischer Perspektive waren wir schon immer ökonomisch zurückgeblieben. Die einzige Art, wie amerikanische Indianer an einer marxistischen Revolution teilnehmen können, wäre, sich dem industriellen System anzuschließen, Fabrikarbeiter zu werden oder “Proletarier”, wie Marx sie nannte. Der Mann stellte die Tatsache sehr klar heraus, dass diese Revolution nur durch den Kampf des Proletariats gemacht werden kann, dass die Existenz eines massiven industriellen Systems Voraussetzung ist für eine erfolgreiche marxistische Gesellschaft.

Ich denke, hier gibt es ein Problem mit der Sprache. Christen, Kapitalisten, Marxisten. Sie alle waren ihrem eigenen Geist entsprechend revolutionär, aber keiner von ihnen zielt wirklich auf eine Revolution ab. Was sie wirklich im Kopf haben ist Fortsetzung. Sie tun was sie tun, damit die europäische Kultur in ihrer Existenz fortbestehen und sich entsprechend ihrer Bedürfnisse entwickeln kann. Wie eine Bazille durchläuft die europäische Kultur mitunter Krämpfe, selbst Spaltungen innerhalb ihrer selbst, um weiter zu leben und zu wachsen. Es ist keine Revolution, von der hier die Rede ist, sondern von einem Mittel, das bereits Existierende fortzusetzen. Eine Amöbe ist weiterhin eine Amöbe, nachdem sie sich reproduziert hat. Aber vielleicht ist es nicht fair, die europäische Kultur mit einer Amöbe zu vergleichen, der Amöbe gegenüber. Vielleicht sind Krebszellen ein treffenderer Vergleich, denn die europäische Kultur hat historisch gesehen alles um sich herum zerstört, und wird sich letztendlich selbst zerstören.

Um uns also wirklich mit dem Marxismus zusammenzutun, müssten wir amerikanische Indianer akzeptieren, unser angestammtes Land der Nation zu opfern, wir müssten kulturellen Selbstmord begehen, industrialisiert und europäisiert werden.

An diesem Punkt muss ich innehalten und mich fragen, ob ich zu schroff bin. Der Marxismus hat so etwas wie eine Geschichte. Bestätigt diese Geschichte meine Beobachtungen? Ich sehe auf den Prozess der Industrialisierung in der Sowjetunion seit 1920 und stelle fest, dass diese Marxisten in 60 Jahren getan haben, wozu die Industrielle Revolution in England 300 Jahre brauchte. Ich sehe, dass auf dem Gebiet der Sowjetunion etliche Stammesvölker lebten und dass sie zermalmt wurden, um Platz für die Fabriken zu schaffen. Die Sowjets nennen dies “die nationale Frage”, die Frage, ob Stammesvölker das Recht haben, als Völker zu existieren; sie entschieden, dass die Stammesvölker ein hinnehmbares Opfer sind, das den industriellen Bedürfnissen gebracht werden muss. Ich schaue auf China und sehe das gleiche. Ich schaue nach Vietnam und sehe, wie Marxisten eine industrielle Ordnung durchsetzen und die indigenen Bergstämme ausrotten.

Ich höre führende sowjetische Wissenschaftler sagen, dass man Alternativen finden wird, nachdem das Uran erschöpft ist. Ich sehe die Vietnamesen ein vom US-Militär aufgegebenes Atomkraftwerk übernehmen. Haben sie es abgebaut und zerstört? Nein, sie nutzen es. Ich sehe Atombomben in China explodieren, sie entwickeln Uranreaktoren und bereiten ein Raumprogramm vor, um die Planeten auf gleiche Art zu kolonisieren und auszubeuten, wie die Europäer diese Hemisphäre kolonisierten und ausbeuteten. Es ist dasselbe alte Lied, doch diesmal vielleicht in schnellerem Tempo.

Das Statement des sowjetischen Wissenschaftlers ist sehr interessant. Weiß er, was diese alternative Energiequelle sein wird? Nein, er glaubt einfach daran. Die Wissenschaft wird einen Weg finden. Ich höre revolutionäre Marxisten sagen, dass die Zerstörung der Umwelt, die Verschmutzung und Verstrahlung, dass dies alles unter Kontrolle gebracht werden wird. Und ich sehe sie entsprechend ihrer Worte handeln. Wissen sie, wie diese Dinge künftig unter Kontrolle gebracht werden? Nein, sie glauben einfach daran. Die Wissenschaft wird einen Weg finden. Die Industrialisierung ist gut und notwendig. Woher wissen sie das? Glauben. Die Wissenschaft wird einen Weg finden. Glauben dieser Art war in Europa schon immer unter dem Namen Religion bekannt. Die Wissenschaft ist zur neuen europäischen Religion geworden, für Kapitalisten wie für Marxisten; sie sind wahrhaft untrennbar; sie gehören in all ihren Teilen der gleichen Kultur an. In Theorie und Praxis verlangt der Marxismus also von nicht-europäischen Völkern, ihre Werte, ihre Traditionen, ihre kulturelle Existenz insgesamt aufzugeben. In einer marxistischen Gesellschaft werden wir alle industrialisierte Wissenschaftsabhängige sein.

Ich glaube nicht, dass der Kapitalismus an sich verantwortlich ist für die Situation, in der amerikanische Indianer zur nationalen Opfergabe erklärt wurden. Nein, es ist die europäische Tradition; die europäische Kultur selbst, die verantwortlich ist. Der Marxismus ist nur die neuste Fortsetzung dieser Tradition, nicht ihre Lösung. Sich mit dem Marxismus zu verbünden heißt, sich mit den selben Kräften zu verbünden, die uns zu einem hinnehmbaren Preis erklären.

Es gibt einen anderen Weg. Es gibt den traditionellen Weg der Lakota und die Wege der amerikanischen indianischen Völker. Es ist der Weg, der darum weiß, dass Menschen nicht das Recht haben, Mutter Erde zu entwürdigen, dass es jenseits von allem, was der europäische Geist wahrnimmt, Kräfte gibt, dass die Menschen in allen Beziehungen in Harmonie sein müssen, oder die Beziehungen werden die Disharmonie schließlich eliminieren. Die einseitige Betonung des Menschen durch Menschen – die europäische Arroganz, so zu handeln, als ob sie jenseits der Natur aller in Beziehung stehenden Dinge lebten – kann nur zu einer totalen Disharmonie führen und zu einer Wiederanpassung, welche die arroganten Menschen wieder auf ihre Größe zurechtstutzt, ihnen die Realität jenseits ihres Zugriffs und ihrer Kontrolle zu schmecken gibt und die Harmonie wieder herstellt. Damit dies geschieht braucht es keine revolutionäre Theorie, es liegt jenseits menschlicher Kontrolle. Die Naturvölker dieses Planeten wissen dies, deshalb theoretisieren sie nicht darüber. Die Theorie ist eine Abstraktion, unser Wissen ist real.

Auf seine Grundbegriffe destilliert ist der europäische Glaube – inklusive der neue Glauben an die Wissenschaft – mit dem Glauben gleichzusetzen, der Mensch sei Gott. Europa hat immer nach einem Messias gesucht, sei es im Mann Jesus Christus oder im Mann Karl Marx oder im Mann Albert Einstein. Amerikanische Indianer wissen, das dies völlig absurd ist. Menschen sind die schwächsten aller Kreaturen, so schwach, dass andere Kreaturen dazu bereit sind, ihr Fleisch zu geben, damit wir überleben können. Menschen sind einzig durch die Ausübung ihrer Rationalität dazu in der Lage, zu überleben, da sie nicht die Fähigkeiten anderer Kreaturen besitzen, durch Gebrauch ihrer Fänge und Klauen an Nahrung zu kommen.

Aber die Rationalität ist ein Fluch, denn sie kann bewirken, dass Menschen die natürliche Ordnung der Dinge auf eine Art vergessen, wie andere Kreaturen es nicht tun. Ein Wolf vergisst niemals seinen oder ihren Platz in der natürlichen Ordnung. Amerikanische Indianer können es vergessen. Europäer vergessen es fast immer. Wir sprechen dem Hirsch, unserem Verwandten, in Gebeten unseren Dank dafür aus, dass er uns erlaubt, sein Fleisch zu essen. Europäer nehmen das Fleisch als Selbstverständlichkeit und sehen den Hirsch als untergeordnet an. Schlussendlich erachten sich Europäer in ihrem Rationalismus und ihrer Wissenschaft als gottgleich. Gott ist das höchste Wesen, alle anderen müssen untergeordnet sein.

Jede europäische Tradition, der Marxismus eingeschlossen, hat sich verschworen, der natürlichen Ordnung der Dinge zu trotzen. Mutter Erde wurde missbraucht, die Kräfte wurden missbraucht, und das kann nicht auf ewig so weitergehen. Keine Theorie kann diese einfache Tatsache ändern. Mutter Erde wird sich rächen, die ganze Umwelt wird sich rächen und die Missbraucher werden eliminiert werden. Die Dinge durchlaufen einen vollen Kreis, kehren zurück, wo sie begannen. Das bedeutet Revolution. Und das ist die Prophezeiung meines Volkes, der Hopi und anderer korrekter Völker.

Seit Jahrhunderten haben amerikanische Indianer versucht, diese Dinge den Europäern zu erklären. Aber, wie ich bereits sagte, haben sich die Europäer als unfähig erwiesen, zu hören. Die natürliche Ordnung wird gewinnen, die Angreifer werden aussterben, so wie die Hirsche sterben, wenn sie die Harmonie durch Überbevölkerung einer gegebenen Region stören. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zu “einer Katastrophe globalen Ausmaßes” kommt, wie die Europäer sagen. Es ist die Aufgabe der amerikanischen indianischen Völker, die Aufgabe aller natürlichen Wesen, zu überleben. Ein Teil unseres Überlebens besteht darin, Widerstand zu leisten. Wir leisten nicht deshalb Widerstand, um die Regierung zu stürzen oder die politische Macht zu übernehmen, sondern weil es natürlich ist, sich gegen Ausrottung zu wehren, zu überleben. Wir wollen keine Macht über weiße Institutionen, wir wollen, dass die weißen Institutionen verschwinden. Das bedeutet Revolution.

Amerikanische Indianer sind noch immer in Kontakt mit diesen Realitäten – die Prophezeiungen, die Traditionen unserer Vorfahren. Wir lernen von den Ältesten, von der Natur, von den Kräften, Und wenn die Katastrophe vorbei ist, werden wir amerikanische Indianer noch immer hier sein und diese Hemisphere bewohnen. Es kümmert mich nicht, wenn es nur eine Handvoll ist, die hoch oben in den Anden lebt. Amerikanische indianische Leute werden überleben, die Harmonie wird wiederhergestellt. Das bedeutet Revolution.

An diesem Punkt sollte ich vielleicht etwas klarstellen, eine Sache, die bereits aus dem, was ich gesagt habe, klar geworden sein sollte. Aber Verwirrung entsteht sehr einfach dieser Tage, darum will ich diesem Punkt festklopfen. Wenn ich den Begriff Europäer verwende, beziehe ich mich nicht auf eine Hautfarbe oder einen speziellen genetischen Code. Worauf ich mich beziehe ist eine geistige Grundhaltung, eine Weltsicht, die ein Produkt der Entwicklung der europäischen Kultur ist. Menschen werden nicht durch eine genetische Codierung in dieser Auffassung gehalten, sie werden in diese Haltung akkulturiert. Das gleiche gilt für amerikanische Indianer wie für die Angehörigen jeder anderen Kultur.

Es ist einem amerikanischen Indianer möglich, europäische Werte, eine europäische Weltsicht zu teilen. Wir haben einen Begriff für diese Leute, wir nennen sie “Äpfel” – außen rot (ihre Gene), innen weiß (ihre Werte). Andere Gruppen haben ähnliche Bezeichnungen: Schwarze haben ihre “Oreos”, Hispanos ihre “Kokosnüsse”, usw. Und, wie ich bereits sagte, gibt es Ausnahmen von der weißen Norm: Menschen die außen weiß, innen aber nicht weiß sind. Ich wüsste nicht, welchen anderen Namen man ihnen geben soll als “menschliche Wesen”.

Was ich hier vorschlage, gründet nicht auf Rasse, sondern auf Kultur. Diejenigen, die schlussendlich die Realitäten der europäischen Kultur und ihren Industrialismus verteidigen, sind meine Feinde. Jene, die Widerstand dagegen leisten, die dagegen kämpfen, sind meine Verbündeten, Verbündete der amerikanischen indianischen Leute. Und ich gebe verdammt noch mal nichts darauf, welche Gesichtsfarbe sie haben mögen. Kaukasisch ist der weiße Begriff für die weiße Rasse: europäisch ist die Auffassung gegen die ich stehe.

Vietnamesische Kommunisten sind nicht gerade das, was man sich unter genetischen Kaukasiern vorstellen würde, dennoch funktionieren sie heute als mentale Europäer. Das gleiche gilt für die chinesischen Kommunisten, für japanische Kapitalisten oder Bantu-Katholiken oder Peter “MacDollar” unten in der Navajo Reservation oder Dickie Wilson hier oben in Pine Ridge. Es dreht sich nicht um Rassismus, sondern um die Anerkennung der Gedankenwelt und des Geistes, der eine Kultur ausmacht.

In marxistischen Begriffen bin ich vermutlich ein “kultureller Nationalist”. Ich arbeite zuerst mit meinen Leuten, den traditionellen Lakota, weil wir eine gemeinsame Weltsicht haben und einen unmittelbaren Kampf teilen. Darüber hinaus arbeite ich mit anderen traditionellen amerikanischen indianischen Völkern, wiederum aufgrund einer gewissen Gemeinsamkeit in Weltsicht und Form des Kampfes. Darüber hinaus arbeite ich mit allen, die koloniale Unterdrückung durch Europa erfahren haben und Widerstand leisten gegen seine kulturelle und industrielle Totalität. Dies beinhaltet offensichtlich genetische Kaukasier, die kämpfen, um sich gegen die kulturellen Normen der europäischen Kultur zu wehren. Die Iren und Basken fallen einem unmittelbar ein, aber es gibt viele andere.

Ich arbeite vor allem mit meinen eigenen Leuten, mit meiner eigenen Community. Andere Leute, die nicht-europäische Perspektiven haben, sollten das gleiche tun. Ich glaube an die Parole “Vertrau der Vision deines Bruders”, wobei ich die Schwestern in diesen Gedanken aufnehmen möchte. Ich vertraue in die Community und die kulturell begründete Vision aller Rassen, die auf natürliche Weise gegen Industrialisierung und menschliche Ausrottung Widerstand leisten. Sicher können Weiße individuell daran teilhaben, einzig vorausgesetzt, dass sie das Bewusstsein darüber erlangt haben, dass die Fortsetzung des industriellen Imperativs von Europa keine Vision ist, sondern Selbstmord der Spezies. Weiß ist eine der heiligen Farbe der Lakota – rot, gelb, weiß und schwarz. Die vier Richtungen. Die vier Jahreszeiten. Die vier Perioden des Lebens und Alterns. Die vier Rassen der Menschheit. Mischt rot, gelb, weiß und schwarz und ihr erhaltet braun, die Farbe der fünften Rasse. Dies ist die natürliche Ordnung der Dinge. Es erscheint mir daher natürlich, mit allen Rassen zu arbeiten, jede mit ihrer eigenen speziellen Bedeutung, Identität und Botschaft.

Aber es gibt ein eigentümliches Verhalten bei den meisten Kaukasiern. Sobald ich mich kritisch über Europa und seinen Einfluss äußere, werden sie defensiv. Sie fangen an, sich zu verteidigen. Aber ich greife sie nicht persönlich an, ich greife Europa an. Indem sie meine Beobachtungen zu Europa personalisieren, personalisieren sie die europäische Kultur, identifizieren sich mit ihr. Indem sie sich in diesem Kontext verteidigen, verteidigen sie letztlich die Kultur des Todes. Diese Verwirrung muss überwunden werden, und sie muss schleunigst überwunden werden. Niemand von uns hat Energie zu verlieren in solch falschen Kämpfen.

Kaukasier haben der Menschheit eine positivere Vision anzubieten als die europäische Kultur. Das glaube ich. Aber um diese Vision erreichen zu können, ist es notwendig, dass die Kaukasier aus der europäischen Kultur heraustreten – zusammen mit dem Rest der Menschheit – und Europa als das sehen, was es ist und was es tut.

An Kapitalismus oder Marxismus und all den anderen “ismen” festzuhalten, heißt einfach innerhalb der europäischen Kultur zu verharren. Um diese grundlegende Tatsache führt kein Weg herum. Als Tatsache begründet dies eine Entscheidung. Begreift, dass diese Entscheidung auf Kultur gründet, nicht auf Rasse. Begreift, dass die Entscheidung für europäische Kultur und Industrialismus heißt, sich zu entscheiden, mein Feind zu sein. Und begreift, dass diese Entscheidung die eure ist, nicht die meine.

Dies führt mich dahin zurück, mich an jene amerikanischen Indianer zu wenden, die durch die Universitäten driften, durch die Slums der Städte und andere europäische Institutionen. Wenn ihr dort seid, um im Einklang mit euren traditionellen Wegen Widerstand zu leisten gegen die Unterdrücker, dann sei es so. Ich weiß nicht, wie ihr es schafft, beides zu kombinieren, aber vielleicht werdet ihr erfolgreich sein. Aber haltet an eurem Sinn für die Realität fest. Nehmt euch davor in acht, zu dem Glauben zu kommen, dass die weiße Welt heute Lösungen für die Probleme zu bieten hat, mit denen sie uns konfrontiert. Nehmt euch auch davor in acht, zu erlauben, dass die Worte indigener Leute zum Vorteil unserer Feinde verdreht werden. Europa hat das Verfahren erfunden, Worte auf sich selbst herumzudrehen. Ihr müsst euch nur die Verträge zwischen amerikanischen indianischen Völkern und verschiedenen europäischen Regierungen ansehen, um zu wissen, dass dies wahr ist. Zieht eure Stärke daraus, wer ihr seid.

Eine Kultur, die regelmäßig Revolte mit Widerstand verwechselt, hat euch nichts Hilfreiches beizubringen und als Lebensweise nichts anzubieten. Die Europäer haben lange schon jede Verbindung mit der Realität verloren, so sie jemals damit in Verbindung waren, wer ihr als amerikanische Indianer seid.

Also, ich nehme an, um die Sache abzuschließen sollte ich an aller Klarheit sagen, dass das letzte, was mir in den Sinn kommt, ist, irgendwen in Richtung Marxismus zu führen. Der Marxismus ist meiner Kultur so fremd wie Kapitalismus und Christentum. Tatsächlich kann ich sagen, dass ich nicht gedenke, irgendwen Richtung irgendwas zu führen. In gewissem Ausmaß habe ich, als die amerikanische indianische Bewegung eine junge Organisation war, versucht, ein “Anführer” zu sein, in dem Sinne, in dem weiße Medien diesen Begriff gern verwenden. Dies war ein Ergebnis einer Verwirrung, die ich nicht länger habe. Du kannst nicht alles für jeden sein. Ich habe nicht vor, mich in dieser Weise von meinen Feinden benutzen zu lassen. Ich bin kein Anführer. Ich bin ein Oglala Lakota Patriot. Das ist alles, was ich ich sein will und alles, was ich sein muss. Und ich fühle mich sehr behaglich damit, wer ich bin.

Advertisements

1 Comment »

  1. Meine Gedanken sind bei den Oglala Lakota und ihrer spirituellen Welt (first Nations).

    Günter

    Comment by Günter — March 12, 2012 @ 10:12 am


RSS feed for comments on this post.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

Blog at WordPress.com.

%d bloggers like this: